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24.4.08: GSV greift FWG als Sportverhinderer an

Unlängst griff der mit der CDU eng verbandelte Vorsitzende des Gemeindesportverbandes (GSV) Heinz Kiefer die FWG an. In Sachen Sport sehe "die SPD immer nur auf die Kosten" und die FWG zähle er zu den Verhinderern, so Kiefer in einer Pressemitteilung. Er verweist dabei auf 29,3 % der Jüchener Bevölkerung, die in den Sportvereinen organisiert sei. Nur die CDU, wen wundert es, trete im Rat für den Sport ein.

Nun Herr Kiefer, wo Sie uns so nett mit einem Urteil belegen, obwohl Sie noch nie mit der FWG in einen Dialog getreten sind, wollen wir Ihnen gerne einmal ungefragt unsere Sichtweise erklären. Um Ihrem Bild zur Klarheit zu verhelfen: wir FWG-ler bewegen uns natürlich kein Stück und wir bzw. unsere Kinder sind auch keine Mitglieder in Turn-, Schach-, Reit- oder Fußballvereinen im Gemeindegebiet. Wir halten Sport für eine absolut sinnlose Zeitverschwendung und tun im Gemeinderat unser Bestes, um dafür zu sorgen, dass künftig kein Sport mehr in der Gemeinde ausgeübt werden kann. Jawohl, so sind wir. Lieber Herr Kiefer, bei allem Verständnis für Ihre Verbandsarbeit, glauben Sie so etwas wirklich???

Mit seinen einseitigen Darstellungen und Angriffen gegen Verwaltung und einzelne Fraktionen des Rates verkennt der GSV deutlich, dass die Gemeinde eine extrem schwierige Finanzsituation mit etwa 50 Millionen € Schulden oder rund 2.500 € pro Einwohner zu bewältigen hat. Diese wurde übrigens überwiegend durch die Mehrheitsentscheidungen Ihrer so lieb gewonnen CDU im Rat verursacht. Dieses millionenschwere Finanzloch wird das Gemeindeleben insgesamt völlig lähmen, wenn die Probleme heute nicht konsequent angegangen werden. Dann würden sich auch die von Ihnen gebetsmühlenartig beschworenen Vorteile des Sports, die wir übrigens nie bestritten haben, gleich mit egalisieren. Erst wenn die Gemeinde wieder auf gesunden finanziellen Füßen steht, kann sie große Investitionen tätigen.

Im übrigen muss Verwaltung und Politik gleichermaßen berücksichtigen, dass in der Gemeinde alle Interessen gewahrt bleiben. Rund 70 % der Bürger sind nämlich nicht dem GSV angeschlossen, sondern haben andere Bedürfnisse und Interessen. Hier gilt es das Gemeindeleben in einer vernünftigen Balance und damit überhaupt erst in seiner Vielfalt zu erhalten. An einer gleichzeitigen konsequenten Konsolidierung des Haushalts mit sehr maß– und planvollen Ausgaben geht dabei kein Weg vorbei. Wenn die CDU dabei weiter unverantwortliche Klientelbedienung betreibt, können nicht wir, sondern nur der Wähler das verhindern. Aber vielleicht sollten Sie und Ihr GSV bei Ihrer Lobbyarbeit auch das Gemeinwohl nicht aus den Augen verlieren.


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